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Begeisterung für das eigene Projekt

Wie kann man Jugendliche für Naturwissenschaft und Technik begeistern?

Erich Kamleiter im TICK-Schülerlabor am Campus Künzelsau der Hochschule Heilbronn.

Eine Frage, die sich Unternehmen und Hochschulen immer wieder stellen. Erich Kamleiter kann viele positive Geschichten erzählen. Er ist Juror beim Regionalwettbewerb Heilbronn-Franken von Jugend forscht und Projektleiter der Technik Initiative Campus Künzelsau (TICK).

"Ich glaube nicht, dass man Jugendliche heute nicht mehr zum Tüfteln und Basteln motivieren kann", sagt Erich Kamleiter. "Was meistens fehlt, sind Angebote, die ihnen schon in jungen Jahren die Möglichkeit geben, sich auszutoben und ihre Ideen zu verwirklichen." Erich Kamleiter ist Laboringenieur am Campus Künzelsau der Hochschule Heilbronn und in dieser Funktion Projektleiter von TICK. Seit 2014 ist er außerdem Juror für den Fachbereich "Physik" beim Regionalwettbewerb von Jugend forscht in Heilbronn-Franken.

TICK ist ein gutes Beispiel dafür, wie es gelingen kann, Schülern kreativ und praktisch den sonst oft trockenen Schulstoff näherzubringen. ebm-papst unterstützt das Projekt seit 2013. TICK führt mit mittlerweile zehn Schulen aus der Region regelmäßig Klassen-Projekte durch, dazu kommen spezielle Ferienkurse für Kinder und Jugendliche. Das Herzstück der Initiative ist die Technik-AG am Campus Künzelsau der Hochschule Heilbronn. Insgesamt kommt TICK so auf rund 80 Aktionen pro Jahr und erreicht bis zu 1200 Teilnehmer.

In der Technik-AG treffen sich alle zwei Wochen samstags bis zu 20 Teilnehmer im Alter von 12 bis 19 Jahren, um nach Herzenslust zu forschen und experimentieren. "Die Teilnehmer arbeiten sehr eigenmotiviert an ihren Projekten und man merkt, dass sie großen Spaß daran haben", so Kamleiter. Gemeinsam mit einer Mitarbeiterin und einer studentischen Hilfskraft betreut er die Gruppe, manchmal kommen noch zwei ehemalige Studenten dazu, die mittlerweile bei ebm-papst arbeiten. "Die meisten Teilnehmer haben ein eigenes Projekt und das Niveau ist recht hoch, da braucht es mehrere Leute, um alle sachgerecht beraten zu können."

Von digitaler Bilderkennung, Mikrocontrollern im Modellbau, bis hin zu Kapazitätsmessung reichen die aktuellen Projekte. Da kann es schon mal passieren, dass auch Erich Kamleiter nicht sofort eine Antwort parat hat: "Ich bin immer wieder von den Ideen der Jugendlichen begeistert. Oft muss ich mich dann auch selbst erst in das Thema einlesen, um zu prüfen, inwieweit das Projekt realisierbar ist. Da geht es bis in die Grundlagenforschung."

Mit der Zeit hat sich unter den Teilnehmern ein Gemeinschaftsgefühl entwickelt, sind sogar Freundschaften entstanden. In der Gruppe werden Projektideen ausgetauscht und diskutiert, jeder bringt seine Vorschläge mit ein. "Inklusion oder Mobbing ist bei TICK beispielsweise gar kein Thema. Die Jugendliche und ihre Ideen stehen im Vordergrund, alle helfen sich gegenseitig", so Kamleiter.

Beim Regionalwettbewerb Heilbronn-Franken ist TICK mit zwei Projekten dabei. Im Rahmen von "Jugend forscht" treten Pascal Boschet (16), Angelika Koch (17) und Katharina Runge (18) mit einer intelligenten Diebstahlsicherung für Fahrräder an. Eine Software überwacht den Standort des Fahrrades mithilfe eines GPS-Moduls und schickt nach Bedarf die Koordinaten per SMS an das Smartphone des Besitzers. Für die Kategorie "Schüler experimentieren" haben Luca Herrmann (13), Ron Philippiak (12) und Chris Specht (13) einen Briefkasten programmiert, der den Empfänger per SMS informiert, sobald Post angekommen ist – besonders in einem Mehrfamilienhaus sehr praktisch. Das Trio konnte bereits im letzten Jahr die Jury mit einem anderen Projekt überzeugen. Auch Erich Kamleiter freut sich auf den Regionalwettbewerb: "Als Juror beschäftigt man sich viel intensiver mit dem Qualitätsniveau der Projekte. Ich freue mich immer wieder, mit welchem Feuereifer die jungen Forscher ihre Projekte erklären."

Das bringt Vorteile für alle Beteiligten: Die Schüler schnuppern Hochschulluft und können ihre Ideen mit Unterstützung realisieren. Die Hochschule baut frühzeitig eine Bindung zu den Jugendlichen auf. Langfristig soll die Zahl der Studierenden in technischen Studiengängen so gesteigert werden. Davon profitieren wiederum die Unternehmen in der Region. "Als Technologieführer sind wir auf junge Talente angewiesen. Die Studenten und Azubis sind die Leistungsträger der Zukunft, daher fängt man mit der Förderung am besten möglichst frühzeitig bei den Menschen an", bestätigt Bernd Ludwig, Ausbildungsleiter bei ebm-papst in Mulfingen und Patenbeauftragter des Regionalwettbewerbs von Jugend forscht.

Für einen Wettbewerb wie Jugend forscht ist eine gute Betreuung alles, findet Kamleiter: "Ideen haben die Jugendlichen meist alleine, aber sie brauchen jemanden mit Motivation und Leidenschaft, der sie bei der Realisierung unterstützt." Um in der Region mehr Angebote für Jugendliche zu realisieren, müssen Schulen und Industrie zusammenarbeiten, findet Erich Kamleiter. Dass die Kooperation von ebm-papst und dem Campus Künzelsau der Hochschule Heilbronn Früchte trägt, bestätigt sich schon: Viele TICK-Teilnehmer landen später tatsächlich in technischen Berufsfeldern. Selbst wenn die Jugendlichen im Rahmen eines solchen Angebots feststellen, dass der technische Bereich nichts für sie ist, leistet es einen wertvollen Beitrag zur Berufsorientierung. Und auch dann können die Jugendlichen ihr ertüfteltes Projekt mit nach Hause nehmen, es stolz präsentieren und haben den dazu gehörenden Schulstoff in kürzester Zeit dank praktischer Anwendung verstanden.

Mehr Informationen zu TICK unter: https://www.hs-heilbronn.de/tick

Weitere Informationen zu Jugend forscht finden Sie auf der Facebook-Seite zum Regionalwettbewerb www.fb.com/JuFoRegional und auf www.jugend-forscht.de

Mehr Informationen

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Ihr Ansprechpartner

Hauke Hannig Pressesprecher ebm-papst Unternehmensgruppe +49 7938 81-7105