Internationale Botschafter der Energieeffizienz

Drei ebm-papst Energiescouts auf großer Tour in den USA.

ebm-papst rief vor fünf Jahren das Energiescoutprojekt ins Leben: Auszubildende suchen eigenverantwortlicht im Unternehmen nach Energieeinsparpotentialen und schonen damit die Umwelt und den Geldbeutel. Das Projekt schlug schon bald große Wellen: 2014 übernahm die Deutsche Industrie-und Handelskammer das Schulungsprogramm, wodurch bisher rund 1000 Auszubildende zu Energiescouts ausgebildet werden konnten. Und im Juni 2015 wurde das Projekt international: Die Energiescouts wurden zu Botschaftern für Energieeffizienz in den USA! Die drei ebm-papst Auszubildenden Eva-Maria Wolfart, Lukas Kübler und Timo Sigmeth berichteten in Vorträgen bei Unternehmen, einer technischen High School und der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer davon, wie sie in der heimischen Produktion nach Energieeinsparpotentialen suchen. Besonderes Highlight der Vortragsreise war ein Gespräch über das Energiescoutsprojekt mit Elliott Harris, Direktor des New Yorker Büros von UNEP (Umweltprogramm der Vereinten Nationen) und UN Assistant Secretary-General.

Von Mulfingen ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Wir drei Energiescouts, Eva-Maria Wolfart, Lukas Kübler und Timo Sigmeth, fieberten schon seit langem auf unsere USA-Reise hin – Eva-Maria zählte sogar die Tage. Timo war schon im vergangenen Jahr Energiescout gewesen und hat uns zwei Neulinge in den vergangenen Monaten in die Arbeit eines Energiescouts eingelernt.

In der ersten Juniwoche im Juni war es dann endlich soweit: Montag früh ging es für uns drei Energiescouts und Dr. Clara Herdeanu, die für Organisation, Kommunikation sowie für moralischen Beistand zuständig war, um 4:30 Uhr los zum Flughafen in Frankfurt. Nachdem wir etliche Sicherheitskontrollen hinter uns gebracht hatten, saßen wir auch schon im Flieger. Wir waren übernächtigt und müde, aber auch aufgeregt und voller Adrenalin. Nach dem achtstündigen langen Flug kamen wir am späten Vormittag am JFK-Flughafen in New York an – in Deutschland war es schon früher Abend und wir hatten noch einen langen Tag vor uns.

Vom Flughafen aus fuhren wir rund zwei Stunden mit einem Taxi nach Farmington, zur US-amerikanischen ebm-papst Niederlassung. Dabei bemerkten wir auch, dass die Amerikaner wohl alle eine riesen Schwäche für große Autos mit entsprechendem Spritverbrauch haben. Das war schon mal ein Zeichen, dass viel Arbeit vor uns lag. Schließlich waren wir nicht zum Urlaub in die USA gefahren, sondern um mehr Menschen über Energieeffizienz und Umweltschutz zu informieren und dafür zu sensibilisieren.

Gleich am nächsten Tag sollten wir mit unserem Programm beginnen und unser Projekt vorstellen. Wir waren sehr aufgeregt und nervös – wir drei waren ja zum ersten Mal in den USA und hatten bisher noch nie einen Vortrag auf Englisch vor Muttersprachlern gehalten. Zunächst hatten wir aber noch eine kleine Verschnaufpause: Alicia Hutchins, die als Marketingmitarbeiterin von ebm-papst USA unsere Reise mitorganisiert hat, begrüßte uns in der amerikanischen Niederlassung und führte uns durch das Unternehmen. Dort wurden wir von allen herzlich begrüßt und sofort mit Fragen überschüttet – und das alles auf Englisch! Aber bekanntlich lernt man beim Sprung ins kalte Wasser am besten schwimmen. Und so fielen wir am Ende des Tages müde und erschöpft ins Bett.

Am nächsten Morgen ging es auch gleich mit unserem vollen Programm los. Für die Woche waren Besuche bei insgesamt drei Unternehmen (Sound Manufacturing, Trumpf und die US-amerikanische ebm-papst Niederlassung) und einer technischen High School geplant. Außerdem sollten wir Ende der Woche noch eine Präsentation bei der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer halten und zu einem Empfang beim Umweltprogramm der Vereinten Nationen in New York gehen.

Spreading the message – Sound Manufacturing, Trumpf, Cheney Tech und ebm-papst USA.

In den Präsentationen stellten wir unser Energiescoutsprojekt vor: Schließlich kannten viele hier die Idee der Energiescouts noch gar nicht. Nach einer kurzen Einführung zum Unternehmen ebm-papst erklärten wir, weshalb Energieeffizienz und Umweltschutz so wichtig sind. Da die Weltbevölkerung stetig wächst, steigen natürlich auch der Verbrauch an natürlichen Ressourcen und der Ausstoß an CO². Die natürlichen Ressourcen sind allerdings nicht unendlich und der CO²-Ausstoß belastet bereits jetzt massiv die Umwelt – deshalb ist es wichtig, dass wir verantwortungsvoll mit Ressourcen umgehen und so z.B. Energie einsparen. Und letztendlich liegt es auch an unserer Generation, aktiv am Umweltschutz mitzuarbeiten. Das war auch der Grund, weshalb wir uns dazu entschlossen hatten, Energiescouts zu werden und mehr über Energieeffizienz zu lernen. Als wir dann die Möglichkeit bekamen, in die USA zu reisen, um dort von unserem Projekt zu erzählen, waren wir natürlich richtig stolz und auch sehr aufgeregt. In den Präsentationen erzählten wir ein wenig über die Geschichte und Entwicklung des Energiescoutsprojektes und erklärten unsere Messgeräte und wie wir in der Produktion nach Energieleckagen suchen.

Es ist eine Sache, hier auf Deutsch über das Energiescoutsprojekt zu schreiben, es ist jedoch eine ganz andere Sache auf Englisch einen Vortrag darüber zu halten. Ihr könnt euch vorstellen, dass wir vor den Präsentationen sehr nervös waren! Die ersten Minuten waren dann auch sehr aufregend und aufreibend, aber sobald wir merkten, dass das Publikum interessiert zuhörte, fiel die Anspannung von uns ab. Unsere intensive Vorbereitung vor der Reise und die vielen Proben hatten sich also gelohnt! Außerdem wurden wir mit jeder Präsentation, die wir hielten, sicherer und so hatten wir auch unseren Spaß dabei. Und auch die positiven Rückmeldungen bestärkten uns: Unsere Zuhörer bei Sound Manufacturing, Trumpf und ebm-papst USA waren von unseren Präsentationen angetan und sehr begeistert von der Idee des Projekts. So schrieb uns nach unserer ersten Präsentation bei Sound Manufacturing z.B. Laura Young (Purchasing Manager bei Sound Manufacturing): „It was enlightening to see the enthusiasm for such a worthwhile cause led by our younger generation.”

It was enlightening to see the enthusiasm for such a worthwhile cause led by our younger generation.

Laura Young (Purchasing Manager bei Sound Manufacturing)

Nach den Präsentationen machten wir uns bei Sound Manufacturing, ebm-papst USA und Trumpf auch gleich auf die Suche nach unnötigem Energieverbrauch. Insgesamt haben wir bei unseren Rundgängen in diesen drei Unternehmen 40 Leckagen unterschiedlicher Größenordnung gefunden. Einen Großteil dieser Leckagen haben wir auch gleich repariert und so zu einer Energieersparnis von mehreren 10.000 US-Dollar beigetragen.

Bei den Reparaturen scheuten wir auch nicht davor zurück, uns die Finger dreckig zu machen. Timo arbeitete so z.B. mit Glen von Sound Manufacturing rund 30 Minuten an einer Wartungseinheit, die ein Druckluftleck hatte. Und er war erst dann zufrieden als das Problem auch wirklich behoben war!

In der Kantine von Sound Manufacturing stießen wir bei unserer Suche mit der Wärmebildkamera auf einen weiteren Energiefresser. Dort stand ein Verkaufsautomat, der in der Regel Sandwiches usw. beinhaltet, völlig leer da und war dennoch am Stromnetz angeschlossen. Dieser Fall zeigt sehr schön, dass es oftmals sehr leicht ist, Energie zu sparen: Man muss einfach nur die Geräte, die nicht genutzt werden, ausstecken und schon macht es sich im Geldbeutel bemerkbar und die Natur dankt es einem. Denkt also bitte daran, Eurer Radio, Euren Fernseher, Laptop, das Licht u. Ä. auszuschalten, sobald ihr sie nicht braucht!

Bei Trumpf half uns ebenfalls ein Mitarbeiter nach unserer Präsentation bei der Suche nach Leckagen. Tony, der bei Trumpf für die Instandhaltung zuständig ist, führte uns durch die Produktion und erklärte uns die Maschinen. Begleitet wurden wir außerdem von Quinlan, einem Hundewelpen, der gerade zum Blindenhund ausgebildet wird. So waren wir nicht die einzigen Auszubildenden an dem Tag und konnten mit dem süßen Hundewelpen außerdem noch Sympathiepunkte sammeln. Nach einer Stunde hatten wir ausgestattet mit Druckluftleckagemessgerät und Wärmebildkamera einige Leckagen gefunden, die wir in unser Datenblatt eintragen konnten. Bei unserer Suche in Produktion benutzen wir diese Datenblätter, um zu dokumentieren, was für Leckagen wir an welchen Stellen finden, wie groß sie sind und ob wir sie selbst reparieren konnten. So können wir im Nachhinein nachvollziehen, wie viel Energie durch unsere Arbeit eingespart werden konnte.

An unserem vierten Tag in den USA fuhren wir morgens zur Cheney Tech High School. Nachdem wir die vergangenen Tage vielen Erwachsenen unser Projekt gezeigt hatten, sollten wir jetzt gleichaltrigen Jugendlichen von den Energiescouts erzählen. Zu unserem Vortrag kamen weit über 100 Schüler und Lehrer. Mittlerweile hatten wir zwar schon ein wenig Übung im Präsentieren, bei so vielen Teilnehmern waren wir aber dennoch ein wenig aufgeregt. Wegen der herzlichen Begrüßung war die Aufregung aber schon bald verflogen, so dass es richtig Spaß machte, unser Energiescoutprojekt vorzustellen. Im Anschluss führten uns fünf Schüler gemeinsam mit einigen Lehrern durch die Schule. Mit den Schülern und Lehrern konnten wir uns dabei über energieeffiziente Produktionen und Baumethoden austauschen. Die High-School-Schüler zeigten uns dazu ihr „E-House“: ein Modellprojekt des Staates Connecticut, das technischen High Schools dabei hilft, möglichst energieeffiziente Baumethoden und Wohnhäuser zu entwickeln. Bei so einem großen Fokus auf Energieeffizienz war es wohl auch kein Zufall, dass die Schüler für das E-Haus zwei ebm-papst Ventilatoren verwendet hatten!

Nachdem wir das E-Haus und die verschiedenen Werkstätten der Schule gesehen hatten und zahlreiche Fragen stellen konnten, bereiteten die Schüler der Kochklasse ein sehr leckeres Mittagessen für uns vor. Und dann mussten wir uns schon wieder auf den Weg machen, denn bei ebm-papst USA standen noch die Feiern des GreenDay auf dem Programm.

Zum weltweiten ebm-papst GreenDay hatten sich unsere amerikanischen ebm-papst Kollegen etwas Besonderes ausgedacht: An kleinen Ständen konnten die Mitarbeiter selbstgemachtes Eis von einem regionalem Hersteller essen, alte Bücher tauschen, an selbstgemachter Ziegenseife riechen, Energiesparlampen kaufen oder einem regionalen Tierschutzverein bei seiner Arbeit unterstützen. Wir Energiescouts hatten auch einen kleinen Stand und beantworteten dort viele Fragen der Mitarbeiter, die bereits zu unseren zwei Präsentationen bei ebm-papst USA gekommen waren. Clara und Eva betreuten den Stand, während Lukas und Timo nach dem ersten Rundgang am Dienstag noch einen zweiten Rundgang durch die Produktion machten, um nach Energieleckagen zu suchen. Bei ebm-papst erhielten wir große Unterstützung durch die Kollegen in der Produktion. Man machte uns auf mehrere Leckagen aufmerksam, die man bereits hörte und die wohl seit geraumer Zeit Energie verschwendeten.

Nach dem GreenDay packten wir unsere Koffer und fuhren mit dem Zug von Farmington nach New York City. Wir kamen an der historischen Grand Central Train Station an und bewunderten den schönen Bahnhof, bevor wir uns im Dunkeln auf dem Weg zu unserem Hotel machten. Leider war es schon zu dunkel und wir zu müde, um etwas von der Stadt anschauen zu können. Wir waren aber schon sehr gespannt auf den nächsten Tag und freuten uns darauf, bald den Big Apple selbst zu erkunden.

As I told them, it is their generation that will make all the difference--our generation is merely able to prevent things from getting too bad in the meantime.
How inspiring, then, to meet young people from that generation that are not waiting until they have taken over the positions of responsibility, but are already making a difference.

Mr. Elliott Harris, Leiter Umweltprogramm der Vereinten Nationen in New York

Meet & Greet bei den Vereinten Nationen in New York.

Am Freitagmorgen ging es dann los zum Gebäude des Umweltprogramms der Vereinten Nationen. Dort hatten wir einen Termin mit Mr. Elliott Harris, dem Leiter des Büros in New York. Mr. Harris begrüßte uns auf fließendem Deutsch und so konnten wir mit ihm während des Gesprächs über Klimaschutz und Energieeffizienz mehrmals zwischen den Sprachen hin- und herwechseln. Mr. Harris war sehr an unserem Energiescoutsprojekt interessiert und bekräftigte uns sehr darin, unsere Anstrengungen für Klimaschutz fortzusetzen und weiter auszubauen. Nach unserer Rückkehr aus den USA schrieb er uns dann auch eine sehr ermutigende E-Mail: “As I told them, it is their generation that will make all the difference--our generation is merely able to prevent things from getting too bad in the meantime.
How inspiring, then, to meet young people from that generation that are not waiting until they have taken over the positions of responsibility, but are already making a difference.”

Deutsch-Amerikanische Handelskammer

Als letzter offizieller Programmpunkt unserer Reise stand ein Vortrag bei der German American Chamber of Commerce in New York auf dem Programm. Für unsere letzte Präsentation legten wir uns noch einmal richtig ins Zeug und erzählten mit viel Enthusiasmus über unser Energiescoutsprojekt und berichteten über unsere Funde im Wert von mehreren 10.000 US-Dollar der letzten Tage. Nach der Präsentation vor Verbandsvertretern, Studenten und Professoren, stellten diese viele Rückfragen zum Projekt selbst und auch zum dualen Ausbildungssystem in Deutschland.

Schließlich neigte sich aber auch diese Diskussionsrunde dem Ende entgegen – und wir konnten noch gar nicht glauben, was wir in dieser Woche alles erlebt und geschafft hatten. Zur Belohnung wurden wir noch in den 23. Stock des Deutschen Hauses geführt, wo wir eine unglaubliche Aussicht auf New York bestaunen konnten. Hier konnten wir einmal tief durchatmen und uns riesig über die vergangenen Tage freuen.

New York, New York…

Am gleichen Nachmittag begann unsere Sightseeing-Tour durch New York – eine laute, chaotische und atemberaubende Stadt, die wir bis zum Sonntagvormittag nun erkunden konnten. Leider musste sich Alicia schon am Samstagmorgen verabschieden – sie hatte viel im Voraus organisiert und uns in den vergangenen Tagen mit viel Begeisterung und Elan begleitet. An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an Alicia!

Nachdem wir uns bei ihr für die tolle Woche bedankt hatten, „hetzte“ uns Clara durch ganz Manhattan. Immer darauf bedacht in Bewegung zu bleiben, ignorierten wir unsere schmerzenden Füße. Dafür aber konnten wir vielen Eindrücke der Stadt sammeln, wie z. B. das One World Trade Center (auch als Freedom Tower bezeichnet), die Brooklyn Bridge, die Freiheitsstatue, den Central Park, das Rockefeller Center, die St. Patrick’s Cathedral, China Town und Little Italy und vieles mehr. Natürlich durfte auch der Times Square nicht fehlen, wo wir ein schönes Plätzchen auf einer kleinen Tribüne fanden, von wo aus wir zunächst den Sonnenuntergang genießen und dann den Times Square in voller Beleuchtung bestaunen konnten. Dort verweilten wir eine ganze Weile, um die vergangenen Tage sacken zu lassen.

Am Sonntagmorgen schließlich hatten wir noch ein wenig Zeit für einen kleinen Bummel durch Manhattan, bevor wir uns mittags auf dem Weg zum Flughafen machen mussten. So schlenderten wir auf der Fifth Avenue zum Central Park und legten uns dort auf einen der großen Steine in die Sonne und ruhten uns ein wenig von der anstrengenden Woche aus. Nach solch einer spannenden und abwechslungsreichen Woche fiel uns der Abschied dann sogar ein wenig schwer.

Und dann ging es auch schon los in Richtung Heimat. Mit einem Taxi schlängelten wir uns durch den Verkehr der überfüllten New Yorker Straßen, kamen aber noch zeitig am Flughafen an, um unseren Flug zu erwischen. Nach einem achtstündigen Flug und einer weiteren zweistündigen Autofahrt kamen wir dann am Montagmittag erschöpft aber glücklich wieder zuhause an.

Die Woche in den USA war für uns ein unglaubliches und einmaliges Erlebnis: Wir sind stolz darauf, dass wir als Botschafter für Energieeffizienz in den USA unser Energiescoutprojekt vorgestellt haben und sind optimistisch, dass wir einen Startschuss für so ein Projekt in den USA gegeben zu haben. Denkt daran: Das Überleben unseres Planeten hängt davon ab, dass wir die Umwelt bewahren – und jeder einzelne Schritt ist wichtig!

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