Interview mit Tanja Boehm, die als freiwillige Helferin nach dem Hochwasser im Einsatz war

Vor einigen Tagen wurde unsere Region von schweren Unwettern verwüstet. Die Aufräumarbeiten dauern an und viele Menschen haben einen Teil ihres Besitzes verloren. Du bist Azubi bei ebm-papst und hast dich freiwillig gemeldet, bei den Aufräumarbeiten zu helfen.

Kannst du erzählen, was du gesehen hast?

Tanja: Zuerst waren wir in Bächlingen. Viele der Helfer waren mit den Aufräumarbeiten schon so gut wie fertig, als wir dort ankamen. Trotzdem gab es noch vereinzelte Bewohner, die Hilfe gebraucht haben. Danach sind die Meisten von uns nach Kleinhürden gefahren, um dort mitzuhelfen. Hier wurde die Hilfe dringender benötigt, da noch keine Baustellenfahrzeuge vor Ort waren, um das Chaos zu beseitigen. Es waren riesige Berge von Geröll mit riesigen Steinen, Holz und Schlamm zu sehen. Gärten waren nicht wieder zu erkennen, Garagen waren gefüllt mit Wasser und Schlamm. Selbst die asphaltieren Straßen sahen aus wie Feldwege. Es war ein Bild des Grauens und wir waren alle schockiert.

Hattest du die Gelegenheit mit den Anwohnern der Gemeinde zu sprechen?

Tanja: Ich hatte die Möglichkeit mit mehreren Bewohnern zu sprechen. Viele waren voller Tatendrang und steckten voller Energie. Das allgemeine Motto schien zu sein: „Gemeinsam schaffen wir das“. Alle Bewohner die konnten packten gemeinschaftlich mit an und man merkte den Menschen an, dass sie das Chaos so schnell wie möglich beseitigen wollten. Ich sprach jedoch auch mit einer Bewohnerin, die bei der Schilderung ihrer Situation sehr verzweifelt wirkte und Tränen in den Augen hatte. Schnell stellte sich heraus, dass unsere Hilfe dringend benötigt wurde, denn am ersten Tag in Kleinhürden waren leider außer uns kaum freiwillige Helfer vor Ort.

Es ist toll, dass sich vor allem die jungen Mitarbeiter unseres Unternehmens in solch einer Krisensituation als freiwillige Helfer melden. Was hat dich dazu bewegt?

Tanja: Ich wohne hier in der Nähe, nur ein paar Ortschaften weiter. Gerade deswegen wollte ich den Einwohnern der Gemeinden unbedingt helfen. Als ich dann am Donnerstag die Verwüstung dort gesehen habe und mir bewusst wurde, wie sehr diese Menschen auf freiwillige Helfer angewiesen sind, war es für mich die einzige Option am nächsten Tag nochmal mitzuhelfen. Unsere Ortschaft war zum Glück nicht vom Hochwasser betroffen, aber ich denke, dass es jeden hätte treffen können. Wenn meine Familie in dieser Situation gewesen wäre, hätte ich mich auch über jede helfende Hand gefreut.

Wie findest du es, dass unser Unternehmen seine Mitarbeiter freistellt, um unsere Region in dieser schweren Zeit tatkräftig zu unterstützen?

Tanja: Ich finde es super, dass wir für diese Zeit freigestellt wurden, um die Einwohner zu unterstützen. Die Aufräumaktion fand während der Arbeitszeit statt und dafür mussten wir uns keine Stunden nehmen. Insgesamt waren wir zwei Tage zum Aufräumen in Bächlingen und Kleinhürden (am Donnerstag, den 02.06.16 und Freitag, den 03.06.16). Besonders toll fand ich, dass auch die Ausbilder super darauf reagiert haben und voll und ganz hinter uns standen. In einer solchen Situation muss das Alltagsgeschäft der Azubis einfach warten.

Wie schätzt du die Lage 10 Tage nach der Katastrophe ein?

Tanja: Ich denke, wenn die Einwohner und die freiwilligen Helfer weiterhin gemeinsam an einem Strang ziehen, können die offensichtlichen Schäden eventuell in absehbarer Zeit beseitigt werden. Durch unsere Unterstützung sind wir schon ein Stück weitergekommen, allerdings ist noch eine Menge zu tun. Wie lange die Aufräumarbeiten noch dauern werden kann ich nicht sagen. Ob die Azubis nochmal eingespannt glaube ich nicht, aber ich bin mir nicht sicher. Wenn es so wäre, wäre ich bereit nochmal zu helfen. Die Einwohner müssen nun nach vorne blicken und dürfen nicht aufgeben.

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