Vorne dabei und doch im Hintergrund

Führungsradfahrer spielen beim ebm-papst Marathon eine wichtige Rolle

Sie stehen in der ersten Reihe, haben beim ebm-papst Marathon aber nur eine Nebenrolle. Doch sie sind mehr als Statisten. Die Rede ist von den Führungsradfahrern. Im Idealfall werden sie kaum wahrgenommen, bleiben im Hintergrund und stehlen den Läufern nicht die Show. Sie unterstützen die Führenden der jeweiligen Klasse, zeigen ihnen den richtigen Weg und leiten Informationen weiter.

Dieter Richlik und der Marathon-Sieger des vergangenen Jahres, Sebastian Reinwand.

Wenn es sein muss, verschiebe ich auch schon mal einen Urlaub, um dabei sein zu können.

Dieter Richlik

Dieter Richlik gehört seit vielen Jahren zu den Führungsradfahrern beim ebm-papst Marathon. Auch dieses Mal, bei der 21. Auflage am 10. und 11. September will er mit von der Partie sein. "Wenn es sein muss, verschiebe ich auch schon mal einen Urlaub, um dabei sein zu können", sagt Dieter Richlik. "Es ist für mich der Event schlechthin. Es gehört für mich einfach dazu. Der Marathon hat für mich schon einen Wahnsinnsreiz. Es würde mir etwas fehlen, wenn ich nicht dabei wäre. So wie es auch ein tolles Team ist, das die Veranstaltung organisiert."

In den vergangenen Jahren fuhr er den Marathonläufern voraus und später den Handbikern. Da allerdings mit dem Motorrad. "Dadurch, dass sie so tief sitzen, haben die eine unglaublich gute Aerodynamik. Es wäre schwer, da mit dem Fahrrad mitzufahren." Allein schon, weil er öfter mal einige hundert Meter Vorsprung braucht, um die Strecke zu inspizieren und anzusagen, wann Sperrungen nötig sind.

"Man muss wach sein. Ich zeige an, wo es lang geht", erzählt Dieter Richlik. "Ich informiere die Läufer über die Abstände nach hinten, gebe dem Rennleiter im Ziel Bescheid, wo sich die Spitze gerade befindet, lotse den Läufer durch die Strecke, fahre dabei aber so, dass ich keinen Windschatten gebe." Das ist wichtig im Sinne der Chancengleichheit. "Ich fiebere meist so sehr mit, als würde ich selbst mitlaufen", erzählt Richlik. "Und auf 42 Kilometern lernt man den Läufer auch kennen." Ebenfalls außer Frage steht: Auch der Führungsradfahrer muss gut im Training sein. "Ich bin immer wieder verwundert, wie schnell die Marathonläufer angehen. Ich habe da oft 16, 17 Stundenkilometer auf dem Tacho. Bei den Handbikern geht es bis zu 50 Stundenkilometer und mehr", sagt Richlik. "Die sind unglaublich schnell. Auf der alten Strecke noch, gab es Stellen, da hatten die teilweise Räder in der Luft. Die heben fast schon ab in den Kurven." Auf der anderen Seite schaut er aber auch, dass es zu keinen Regelwidrigkeiten kommt. So gab es Läufer, die ihre eigenen Betreuer dabei hatten, die ihnen unterwegs Riegel reichen oder Tempo machen. "Das geht natürlich nicht", sagt Richlik.

Ich fiebere meist so sehr mit, als würde ich selbst mitlaufen.

Dieter Richlik

Immer wieder ein Highlight ist für ihn die Zieleinfahrt oder die Durchfahrt bei Wenden. "Das ist auch für mich als Radler ein Kick, wenn ich die ganzen Zuschauer sehe." Bei der Zieleinfahrt hält er sich dann vornehm zurück, lässt dem Läufer den Vortritt, fährt auf die Seite: "Schließlich soll er sein Zielfoto haben – ohne von mir verdeckt zu sein."

Und noch ein Thema spricht er gerne an. "Ich muss auch der Polizei und den Streckenposten ein Kompliment machen. Gerade an den Straßensperrungen. Die sind immer freundlich und zuvorkommend."

Bisher ist Richlik die neue Marathonstrecke aber noch nicht abgefahren. Das kommt noch. Fit ist er einige Wochen vor der Veranstaltung bereits. "Ohne Sport kann ich nicht", sagt er. So radelte der Bretzfelder zuletzt erst mit seinem Sohn rund 450 Kilometer von Hannover nach Bretzfeld – in mehreren Etappen versteht sich. Da wird er auch beim Marathon wieder vorausfahren können – und auf der neuen Strecke die ganz neue Aussicht auf das Kochertal genießen. Wenn er mal dazu kommt, den Blick auf die Seite schweifen zu lassen.

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